Glossar: H

Hausarbeit

Eine Hausarbeit (oder auch Seminararbeit) ist in vielen Fächern die übliche Form einer Prüfungsleistung während oder nach dem Seminarbesuch. Sie ist ein an wissenschaftliche Artikel angelehnter Text, in dem eine Fragestellung (ein Problem, eine These) aus dem Studienfach (meist aus dem Seminarthema) mithilfe der zu dem Themengebiet veröffentlichten Literatur beantwortet wird. Eine Hausarbeit besteht aus einem Deckblatt, einem Inhaltverzeichnis (ggf. auch Abbildungs-, Abkürzungs- und Tabellenverzeichnis), einer Einleitung, einem in mehrere Kapitel unterteilten Hauptteil, einem Schluss und einem Literaturverzeichnis (und ggf. einem Anhang), plus einer Eigenständigkeitserklärung. In der Regel ist sie zwischen 10 und 30 Seiten lang.

Eine Hausarbeit ist für Erstsemester eine neue Textsorte – auch mit der in der Schulzeit möglicherweise verfassten Facharbeit ist sie nur entfernt vergleichbar (beispielweise in Bezug auf die zugrunde gelegte Literatur, die Erarbeitung und Darstellung des Forschungsdiskurses etc.). Um sie den Anforderungen entsprechend zu schreiben, bedarf es also in aller Regel einiger Übung.
Das heißt, lass dich auf keinen Fall entmutigen, wenn es nicht sofort klappt; wenn du nicht weißt, wie man anfangen soll; wenn du die Fülle an Literatur nicht bearbeitet kriegst; wenn du keine Idee für eine sinnvolle Gliederung hast; wenn du mit dem Ergebnis deiner Hausarbeit unzufrieden bist, etc. Betrachte das Schreiben von Hausarbeiten als Lernanlässe, bis zur Abschlussarbeit kannst und wirst du dein Schreiben und deine Texte verbessern – ich sehe ein, dass das nicht ganz einfach ist, wenn auch die ‚Lern‘texte von vielen Lehrenden wie Abschlusstexte betrachtet werden.

Um dein Schreiben zu verbessern, kannst du Einiges tun, z. B.

  • Frag bei deinem Dozenten / deiner Dozentin nach, was er/sie konkret bemängelt und wie du es besser machen könntest.
  • Lass deine Hausarbeiten (auch einzelne Teile und/oder Rohfassungen) auch von anderen (Freunden, KommilitonInnen, Familie etc.) lesen – und zwar nicht nur im Hinblick auf Rechtsschreibung und Kommasetzung, sondern besonders daraufhin, was der/die andere für gelungen hält und worüber er/sie stolpert.
  • Schreiben lernt man durch Schreiben, also nutz viele Gelegenheiten, es zu üben, z. B. auch in Workshops und Kursen des Schreibzentrums – und auch das Schreiben anderer Texte, wie Kurzgeschichten, Zeitungsartikel, Tagebuch, ist sinnvoll, um das Schreiben zu verbessern.
  • Führe ein Journal.

Dies sind die Teilaufgaben, die beim Schreiben einer Hausarbeit auf dich zukommen (Das heißt nicht, dass du in dieser Reihenfolge vorgehen musst. Probiere unterschiedliche Strategien aus, reflektiere deine Vorgehensweise und schau, was für dich jeweils passt):

• Themenfindung:

  • Wenn dir kein Thema vorgegeben wird, denk z. B. darüber nach, was an den Seminarinhalten dich besonders interessiert, wozu du Fragen hast, wozu du mehr wissen möchtest, was du kritisch betrachten möchtest etc. Entscheide dich für ein Thema/Themengebiet.

• Themeneingrenzung / Entwicklung einer Fragestellung:

  • Lies dich etwas ins Thema ein.
  • Grenz dein Thema ein und entwickle eine erste Fragestellung.

• Planen:

  • Entwirf aus der Fragestellung heraus eine Gliederung. Hilfreich ist es dabei, für jedes Kapitel eine (Seiten-)Länge festzulegen.
  • Auch sinnvoll ist es, ein kurzes Exposé zu verfassen (ca. eine Seite).

• Sprechstundengespräch:

  • Besprich mit deinem Dozenten / deiner Dozentin deine Fragestellung. Dabei kann es hilfreich sein, ihm/ihr dein Exposé vorzulegen.

• Literaturrecherche/Lesen:

  • Such und lies weitere Literatur, die dir hilft deine Fragestellung zu beantworten.
  • Mach dir Notizen und/oder Exzerpte zum Gelesenen.

• Strukturieren:

  • Überarbeite deine Gliederung.
  • Gut ist es auch, eine Einleitung zu verfassen, in der du begründest, warum du in dieser Weise vorgehen willst. Am Ende deiner Arbeit kannst du die Einleitung noch anpassen.

• Schreiben:

  • Wenn es beim Schreiben stockt, kann es helfen, erst einmal eine Rohfassung zu verfassen.
  • Manchmal ist es auch sinnvoll, zunächst aus dem Kopf (also ohne nochmals in die Literatur zu schauen) die eigene Argumentation (z. B. für ein Kapitel) niederzuschreiben, um dann die Literatur einzuarbeiten.

• Überarbeiten:

  • Überarbeite deine Rohfassung (z. B. schrittweise erst in Bezug auf die inhaltliche Korrektheit, dann in Bezug auf den roten Faden, dann in Hinblick auf die Sprache).
  • Überprüf die Formatierung, Zitate und Literaturangaben.
  • Lies deinen Text Korrektur.

Maike Wiethoff, Leiterin des Schreibzentrums