Glossar: A

Abschlussarbeit

Die Abschlussarbeit (Bachelorarbeit/Bachelorthesis oder Masterarbeit/Masterthesis; in seltenen Fällen auch noch die Diplomarbeit) ist eine wissenschaftliche Arbeit mit deren Bestehen die international anerkannten Abschlussgrade (B. A., B. Sc., B. Eng., LL. B., BFA, B. Ed., B. Mus. B. M. A. oder M. A., M. Ed., M. B. A., M. Sc.) erlangt werden. Sie wird als Beweis dafür angesehen, dass Studierende die Arbeitstechniken, Methoden und grundlegende Kenntnisse in ihrem Fach über die jeweilige Studienphase (Bachelor oder Master) erworben haben und eigenständig anwenden können.

Die Abschlussarbeit wird von Studierenden in einem festgelegten Zeitraum zum Ende der jeweiligen Studienphase geschrieben und von Lehrenden betreut. Dieser Zeitraum variiert je nach Studienfach und beträgt etwa sechs bis zwölf Wochen (Bachelor) oder drei bis sechs Monate (Master). Besonders bei der Masterarbeit hängt der Bearbeitungszeitraum aber sehr stark von der Art der Arbeit (theoretisch, empirisch, projektorientiert) sowie vom jeweiligen Prüfungsamt bzw. der Studienordnung ab.

Die Arbeit wird beim Prüfungsamt angemeldet, womit der Abgabetermin datiert und festgelegt wird, welche Dozierenden die Erst- und Zweitkorrektur übernehmen. In manchen Fächern ist es üblich, dass die Gutachtenden den Arbeitsprozess nicht betreuen. Betreuende sind dann meistens Mitarbeitende der Gutachtenden.

Die Themenwahl der Masterarbeit ist je nach Studiengang und Studienordnung unterschiedlich geregelt: Das Thema kann von Studierenden selbst gewählt, in Absprache mit einer Firma als Projekt (oft bei Ingenieurwissenschaften oder Wirtschaftswissenschaften) gewählt oder von einem Lehrstuhl vergeben werden. Ebenso variiert der Umfang. Eine Bachelorarbeit in den Geisteswissenschaften kann etwa 30 Seiten à 2500 Zeichen umfassen, während eine Bachelorarbeit z. B. in den Ingenieurwissenschaften auch bei mehr als 60 Seiten liegen kann. Eine Masterarbeit kann zwischen 40 und 200 Seiten liegen.

Der Unterschied zu einer Bachelor-Arbeit besteht formal darin, dass die Masterarbeit umfangreicher hinsichtlich des Bearbeitungszeitraums und des Umfangs ist. In den meisten Fällen sind auch bspw. das Quellenmaterial, der Projektumfang oder die Ausgangsmaterialien sowie die Auswahl an Sekundärliteratur umfangreicher. Die im Masterstudium gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen auch, dass die Studierenden komplexere Themen auswählen und bearbeiten. In Bachelorarbeiten ist es eher möglich, Forschungsreproduktion zu betreiben, wohingegen in Masterarbeiten eher eigene Forschung betrieben werden kann und der eigene Anspruch sowie die Anforderungen größer sind. Diesbezüglich besteht die Möglichkeit, tiefer in den wissenschaftlichen Diskurs einzusteigen und sich selbst dort zu verorten. Dementsprechend kann inhaltlich und methodisch tiefgreifender und umfassender gearbeitet werden. Nicht zuletzt ist der Umfang einer Masterarbeit nicht nur als schriftlicher Text höher, auch die Vorarbeiten steigen nicht selten um ein Vielfaches.

Formal besteht die Abschlussarbeit aus: Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis, schriftlich-inhaltlicher Teil, Quellen- und Literaturverzeichnis, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis, Anhang und eidesstattliche Erklärung. Hierbei kann es je nach Studienfach bzw. Art der Arbeit sein, dass die Teile „Abkürzungsverzeichnis“, „Abbildungs- und Tabellenverzeichnis“, und „Anhang“ nicht erforderlich sind.

Der schriftlich-inhaltliche Teil besteht aus: Einleitung, Hauptteil und Fazit. Die Einleitung ist je nach Studienfach oder Wunsch der Gutachtenden in Form und Inhalt unterschiedlich. Dies sind wesentliche Aspekte, die in jeder Einleitung beachtet werden sollten: Die Einleitung führt den Leser zunächst an das Thema heran. Dabei kann ein Zitat oder ein auffallendes Faktum das Interesse wecken. Wichtig sind auch eine thematische Einführung (wissenschaftlicher Kontext des Vorhabens) sowie die begründete Relevanz des Themas oder der Fragestellung. Den Kern der Einleitung stellt die Fragestellung oder These dar, welche explizit zu nennen ist. Das Thema samt Fragestellung bzw. die Eingrenzung des Themas bzw. der Fragestellung/These wird in diesem Zusammenhang auch dargestellt (welche Aspekte bearbeite ich aus welchen Gründen (nicht)?). Zudem werden die (Untersuchungs-)Methode, die Vorgehensweise, sowie ggf. die zugrunde gelegten Theorien und Modelle erläutert. Unbedingt sollte der Forschungsstand oder ein eventuelles Desiderat dargestellt oder erklärt werden. Bei den Teilen Methode/Theorie und Forschungsstand kann es, je nach Fachbereich, auch notwendig sein, dass diese in separaten Kapiteln, nach der Einleitung, umfassender erläutert werden. Abgeschlossen wird die Einleitung meistens mit der Darstellung und Erklärung des Aufbaus.

Der Hauptteil ist das Kernstück der Arbeit. Hier wird bspw. eine oder mehrere Quellen analysiert, ein Bauteil entwickelt oder Theorien miteinander verglichen. Dies geschieht in mehreren Unterkapiteln, wobei der gesamte Hauptteil meistens thematisch in drei Bereiche gegliedert werden kann. In vielen Fällen wird die methodische Vorgehensweise oder eine Theoriegrundlage dargestellt. Darauf folgt die Analyse (bspw. des Quellenmaterials), Entwicklung (bspw. des Bauteils) oder der Vergleich (bspw. mehrerer Theorien) unter Zuhilfenahme von Sekundärliteratur. Anschließend erfolgt die Auswertung der Analyse. Als Orientierung („Roter Faden“) dient die Fragestellung bzw. These, die es nachvollziehbar und schlüssig zu beantworten bzw. zu be- oder widerlegen gilt.

Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Fragestellung bzw. These wird explizit beantwortet bzw. be- oder widerlegt. Es kann erforderlich sein, dass die Ergebnisse in den wissenschaftlichen Kontext eingeordnet werden. Auch eine kritische Würdigung kann erwünscht sein. Dabei soll gezeigt werden, inwiefern die Ergebnisse für gültig angesehen werden. Oft beinhaltet ein Fazit auch einen Ausblick, in dem weiterführende Aspekte oder Anwendungsfelder dargestellt werden. Das Fazit bildet zusammen mit der Einleitung den Rahmen der Arbeit, weshalb auch ein indirekter Bezug zwischen Einleitung und Fazit bestehen darf. Ähnlich wie bei der Einleitung beträgt das Fazit oft fünf bis zehn Prozent der Gesamtlänge der Arbeit.

Da die Abschlussarbeit in einem festgesetzten Zeitraum verfasst werden muss, ist es ratsam, eine genaue und realistische Zeitplanung vorzunehmen. Das Recherchieren von Sekundärliteratur, das Analysieren der Quelle, das Lesen und Exzerpieren von Texten, das Ordnen von Material, die Durchführung von Versuchen, das Bestellen von Bauteilen, etc. stehen oft vor dem Verfassen einer ersten Fassung (eines Kapitels oder der gesamten Arbeit). Schließlich muss das Niederschreiben einer ersten Fassung und die Überarbeitungsphase auf mehreren Ebenen bei der Zeitplanung beachtet werden.

In manchen Fällen können einige dieser Arbeitsschritte schon vor der Anmeldung, also auch vor dem Beginn des Bearbeitungszeitraums, erledigt werden. Ratsam ist es weiter, auch Pausen (Puffer von einem bis drei Tagen) und das Leben außerhalb der Universität (Haushalt, Hobbies, Freunde, etc.) dabei realistisch zu berücksichtigen und einzuplanen.

Die Abgabe der Abschlussarbeit ist terminlich genau festgelegt. Entscheidend ist der offizielle Tag der Abgabe, der vorher vom Prüfungsamt bestätigt wurde. Die Arbeit wird meistens in zweifacher, gebundener Ausführung im Prüfungsamt abgegeben oder kann am gleichen Tag mit der Post – wichtig ist der Poststempel vom Abgabetag – ins Prüfungsamt gesendet werden.

André Deutscher (Tutor am Schreibzentrum)

Abstract

Als Abstract wird eine kurze und prägnante Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Textes bezeichnet, die meistens von der Autorin oder dem Autor selber verfasst wird. Unabhängig von der Textsprache ist der Abstract häufig in englischer Sprache verfasst und meist im Präsens formuliert. In der Regel sind in einem Abstract weder Zitate noch Belege erforderlich.
Abstracts finden sich oft bei wissenschaftlichen Aufsätzen und stehen dort üblicherweise vor dem eigentlichen Artikel, um das Interesse der Leserinnen und Leser zu wecken. Die Funktion des Abstracts ist es, den Lesern kurze und prägnante Informationen über den Inhalt des Textes zu bieten. Dies geschieht meist anhand eines normierten Aufbaus:

1. Relevanz des gewählten Themas
2. Welche Forschungslücke behandelt der Text?
3. Welche Theorien und Methoden wurden verwendet?
4. Welche Daten, Quellen, Gegenstände wurden untersucht?
5. Welche(s) Ziel(e) verfolgt der Text bzw. die Untersuchung?
6. Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

Ein Abstract umfasst ca. 100-150 Wörter und dient den Lesern als Entscheidungshilfe bei der Frage, ob der Text für sie lesenswert ist.
Im Studium können die Anforderungen im Rahmen einer Bachelor- oder Masterarbeit die Anfertigung eines Abstracts beinhalten.

Vgl.: Huemer, B.; Rheindorf, M.; Gruber, H. (2012): Abstract, Exposé und Förderantrag. UTB: Wien, Köln, Weimar.

Mirjam Grabski (Tutorin am Schreibzentrum)